Therapie

Zunächst erfolgt eine ausführliche Untersuchung zur Befundaufnahme / Anamnese, bei der neben den akuten Symptomen auch (Vor-)Erkrankungen (z. B. Diabetes, Bluthochdruck), Medikamenteneinnahme und Gewohnheiten abgefragt werden.

Wir erheben klinische Befunde:

- Parodontaler Screening Index (PSI), um festzustellen, ob eine Parodontitis vorliegt
- röntgenologischer Befund, um festzustellen, wie weit schon der Knochen betroffen ist
- in fortgeschrittenen Parodontitis-Fällen: mikrobiologischer Befund (das heißt, Untersuchung
  der in den Zahnfleischtaschen vorhandenen Bakterien)
- Messen der Zahnfleischtaschentiefen, des Zahnfleischrückganges und der
  Zahnbeweglichkeit (Parodontalstatus)


Die bakterielle Infektion muss als erstes behandelt werden.

Deshalb beginnt die Therapie mit der Vorbehandlung, also der Einweisung in die häusliche Mundhygiene sowie der Hygienephase mit professioneller Zahnreinigung in unserer Praxis.

Rauchern bieten wir systematische Hilfe an, das Rauchen zu stoppen, da Rauchen der größte Risikofaktor für Parodontitis ist.


Im Anschluss folgt die antiinfektiöse Therapie:

Als erstes werden die Wurzeloberflächen gründlich unter örtlicher Betäubung gereinigt. Mit speziellen Instrumenten (Ultraschall und spezielle grazile Handinstrumente) entfernen wir die tief unter dem Zahnfleisch auf den Wurzeln der Zähne haftenden, bakteriellen Beläge und glätten die Wurzeln. Gewebeschonende Methoden ermöglichen es, auch tiefere Zahnfleischtaschen zu säubern, ohne dass das Zahnfleisch aufgeschnitten werden muss (wie dies früher häufig notwendig war).
Während dieser antiinfektiösen Phase spülen die Patienten zu Hause mit einer antiseptischen Mundspüllösung (Chlorhexamed forte).

Mit dieser Vorgehensweise kann bei 80 % der Patienten die parodontale Infektion gestoppt werden und es folgt die regelmäßige (meist halbjährliche) parodontale Nachsorge (siehe Menüpunkt NACHSORGE).

In fortgeschrittenen Parodontitisfällen kann es notwendig sein, ein Antibiotikum einzusetzen. Es gibt manchmal besonders aggressive Bakterien auf den Wurzeloberflächen, die auch ins Zahnfleischgewebe eindringen können. Im Zahnfleisch kann man durch mechanische Reinigung (wie auf den Wurzeloberflächen) Bakterien nicht beseitigen. Wenn in solchen Fällen ausschließlich die Wurzeloberflächen mechanisch gereinigt werden, dann kommen im Laufe der nächsten Wochen die Bakterien aus dem Zahnfleisch und besiedeln die Wurzeloberflächemn wieder neu. Man wundert sich, man hat alles getan und trotzdem ist die bakterielle Infektion nicht gestoppt. In solchen Fällen ist der zeitgleiche Einsatz eines Antibiotikums indiziert. Zeitgleich heißt, dass parallel zur mechanischen Reinigung und Glättung der Wurzeloberflächen ein Antibiotikum eingenommen wird. Auf diese Art und Weise werden aggressive Bakterien sowohl von der Wurzeloberfläche als auch aus dem Zahnfleisch beseitigt. 
Dazu werden vor der Behandlung die Bakterien aus den Zahnfleischtaschen untersucht (mikrobiologischer Befund): mit sterilen Papierspitzen werden an vier Stellen Bakterien aus den Zahnfleischtaschen entnommen und in einem Speziallabor untersucht. Dann weiß der Parodontologe, ob aggressive Bakterien vorhanden sind, wenn ja, in welcher Menge und und welcher Kombination. Aus diesem Befund zieht der Parodontologe Rückschlüsse, ob ein Antibiotikum eingesetzt werden muss und wenn ja, welches Medikament bei möglichst geringen Nebenwirkungen geeignet ist, die aggressiven Bakterien abzutöten.

So kann auch in fortgeschrittenen Parodontitisfällen mit aggressiven Bakterien die parodontale Infektion gestoppt werden und es folgt die regelmäßige (meist vierteljährliche) parodontale Nachsorge (siehe Menüpunkt NACHSORGE).

In besonders weit forgeschrittenen Parodontisfällen mit Knochenabbau und insbesondere mit Knochentaschen kann mit Regenerativer Parodontaltherapie verloren gegangenes Parodontalgewebe wieder aufgebaut ("regeneriert") werden.

Idealerweise sollte der neue, wieder aufgebaute Zahnhalteapparat sowohl in der Form als auch in der Funktion die gleichen Eigenschaften besitzen, wie der Ursprüngliche.

Für die regenerative Behandlung ausgeprägter, parodontaler Defekte bieten sich unterschiedliche Methoden an:
Wir bieten eine Regenerative Therapie mit Schmelz-Matrix-Proteinen (EMDOGAIN)
Diese Proteine ermöglichen Ihrem Körper den natürlichen Zahnhalteapparat wieder herzustellen, indem sie die Prozesse, die während der Zahnentwicklung stattfinden, nachahmen. Die Wiederherstellung des Zahnhalteapparats (Wurzelzement, Faserbündel und Knochen) beginnt unmittelbar nach der Behandlung mit Schmelzmatrixproteinen und setzt sich über einen längeren Zeitraum fort.

Manchmal wird ein Knochenaufbaumaterial (Bio Oss) angewandt um Knochentaschen zu füllen.

Ziel der regenerativen Behandlung ist, tiefe Knochentaschen, die nach der antiinfektiösen Therapie noch verblieben sind, zu füllen, damit flachere Taschen resultieren, in denen sich nicht so schnell wieder neue Bakterien ansiedeln können, um somit die betroffenen Zähne langfristig zu erhalten.

Oftmals regenerieren Knochentaschen nach erfolgreicher systematischer antiinfektiöser Therapie mit konsequenter Nachsorge größtenteils natürlich durch Nachwachsen von Knochen!

Da lokale Antibiotika (antibiotisches GEL: LIGOSAN) 
oder
antimikrobielle photodynamische Therapie aPDT (HELBO) mit einem Laser überwiegend im Rahmen der parodontalen Nachsorge zum Einsatz kommen, werden diese Therapiemöglichkeiten im Menüpunkt NACHSORGE näher beschrieben.


Öffnungszeiten

Zahnimplantate, Implantologie, Implantate
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